• Dr. Hermann Eiselen im Jahr 1995
  • Dr. Hermann Eiselen im Jahr 2002
  • Rektor Prof. Dr. Hans-Peter Liebig würdigt Dr. Hermann Eiselen für seine Verdienste für die Universität Hohenheim im Jahr 2006
  • Ministerpräsident a. D. Erwin Teufel und Dr. Hermann Eiselen im Jahr 2005
  • Oberbürgermeister Ivo Gönner und Dr. Hermann Eiselen im Jahr 2005
  • Dr. Hermann Eiselen, die Bundeswissenschaftsministerin Annette Schavan und
    der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks Peter Becker im Jahr 2005
  • Dr. Hermann Eiselen und Stipendiaten am Dies academicus der Universität Hohenheim im Jahr 2003
  • DR. HERMANN EISELEN

    Dr. Hermann Eiselen, am 2. März 1926 in Nagold geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften in Stuttgart und Heidelberg und wurde 1951 in Göttingen zum Dr. rer. pol. promoviert. Nach einem 9 Monate dauernden USA-Aufenthalt trat er 1954 als geschäftsführender Gesellschafter in das Familienunternehmen Ulmer Spatz Vater und Sohn Eiselen Ulm ein. Kurz vor dem Verkauf des Unternehmens im Jahre 1980 beschäftigte das Unternehmen fast 500 Mitarbeiter. Zusammen mit seinem Vater gründete er 1978 die gemeinnützige Vater und Sohn Eiselen-Stiftung Ulm, die er als Vorstand bis zum Juni 2001 geleitete. In zahlreichen Aufsätzen, Vorträgen und Stellungnahmen widmete er sich Problemen der Unternehmensführung und griff aber gerade in den letzten 20 Jahren zunehmend Fragen der Welternährung, der Ernährungssicherung und der Armutsüberwindung auf. Dabei betonte er die herausragende Rolle der Agrarforschung für die Reduzierung von Hunger und Armut in Entwicklungsländern.

    Die Forschungsförderung der Vater und Sohn Eiselen-Stiftung (u. a. Diplomandenförderung, Wissenschaftspreise, Projektförderung) und das private Engagement (Josef G. Knoll-Gastprofessur) von Dr. Eiselen belaufen sich insgesamt auf mehr als 14 Millionen Euro. Die Eiselen-Stiftung war über viele Jahre die einzige Stiftung in Deutschland, die sich dem Ziel der Verbesserung der Welternährung und der Reduzierung des Hungers in der Welt verschrieben hatte. Herrn Dr. Eiselens Interesse galt der modernen Pflanzenzüchtung insbesondere der Grünen Gentechnik und deren Wirkung auf die Welternährung.

    Über 50 Jahre lang entwickelte und gestaltete er die Arbeit des Museums der Brotkultur gleichzeitig als Sammler, Mäzen, Ausstellungsmacher, Autor und Vordenker für die museale Darstellung der Kulturgeschichte des Brotes und des Hungers. Mehr als eine Million Besucher haben bisher das einzigartige Museum gesehen und sich über die Geschichte des Brotes, dieses herausragenden Lebensmittels, informieren können.

    Geprägt durch die Hungererfahrungen nach dem Zweiten Weltkrieg, empfand Dr. Hermann Eiselen es als Verpflichtung, dass sich die deutsche Bevölkerung für die Hungernden in der Welt einsetzt. So übertrug er das Leitwort der Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) „Fiat Panis" ins Deutsche und formulierte die Forderung „alle Menschen sollen satt werden", wobei die Betonung auf „alle" liegt.

    Für sein Wirken ist Dr. Hermann Eiselen vielfach geehrt worden. Seit 1984 ist er Ehrensenator der Universitäten Ulm und Hohenheim. 1996 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. 2002 wurde sein Wirken mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt. 2003 erhielt er von der Universität Hohenheim einen Ehrendoktor für seine Verdienste um die Förderung der Bekämpfung von Hunger und Armut in der Welt. Im Jahr 2004 verlieh ihm die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin die Albrecht-Daniel-Thaer-Medaille in Silber.

    Unerwartet verstarb Dr. Hermann Eiselen im Alter von 83 Jahren am 21. Juni 2009 in Ulm.