• Preisträger 2019 Prof. Dr. Achim Dobermann ©Elias Fadani
  • Präsentation des Preises durch Vorstand Dr. Andrea Fadani ©Elias Fadani
  • Laudatorin Dr. Ursula Schäfer-Preuss, Mitglied des Preis-Kuratoriums ©Elias Fadani
  • Laudatorin Dr. Ursula Schäfer-Preuss, Mitglied des Preis-Kuratoriums ©Elias Fadani
  • Übergabe der Urkunde an Prof. Dr. Achim Dobermann durch Stiftungsvorstand Dr. Andrea Fadani und Dr. Ursula Schäfer-Preuss ©Elias Fadani
  • Fest-Vortrag von Prof. Dr. Achim Dobermann ©Elias Fadani
  • Fest-Vortrag von Prof. Dr. Achim Dobermann ©Elias Fadani
  • Preisträger Prof. Dr. Achim Dobermann und Ehefrau I. Dobermann ©Elias Fadani
  • Verleihung 2019: v.l. Dr. Klaus Lampe, Preisträger Prof. Dr. Achim Dobermann, Dr. Ursula Schäfer-Preuss (Kuratorium)©Elias Fadani
  • Verleihung 2019: v.l. Dr. A. Fadani (Vorstand), I. Dobermann, Preisträger Prof. Dr. Achim Dobermann, Dr. Ursula Schäfer-Preuss (Kuratorium), Dr. Klaus Lampe ©Elias Fadani

PREISTRÄGER 2019 -
PROF. DR. ACHIM DOBERMANN

Die Stiftung fiat panis, als Nachfolgerin der Vater und Sohn Eiselen-Stiftung, verlieh im Jahr 2019 den Justus von Liebig-Preis für Welternährung für herausragende Leistungen im Einsatz gegen Hunger und ländliche Armut an Herrn Prof. Dr. Achim Dobermann. Der Preis war mit 25.000 Euro dotiert und wurde anlässlich des World Food Day Colloquiums an der Universität Hohenheim in Stuttgart am 16. Oktober 2019 verliehen.

Professor Achim Dobermann ist aktuell Direktor und Geschäftsführer von Rothamsted Research in England, des ältesten Agrarforschungsinstituts der Welt. In dieser Funktion leitet er eine Vielzahl von Forschungsprogrammen, die auf die Entwicklung neuer Lösungen für die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Systeme abzielen. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung als Experte in diesem Bereich. Bevor er 2014 zu Rothamsted Research kam, war er stellvertretender Generaldirektor am International Rice Research Institute (IRRI) auf den Philippinen. Als Mitglied des Leadership Council und Co-Vorsitzender der thematischen Gruppe für nachhaltige Landwirtschaft und Lebensmittelsysteme des Sustainable Development Solutions Network (SDSN) leistete er einen wichtigen Beitrag zur Festlegung der Ziele und Indikatoren der nachhaltigen Entwicklungsagenda. Das SDSN wurde vom ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, als Aktionsnetzwerk ins Leben gerufen, um das Fachwissen von Wissenschaft, Privatsektor und Zivilgesellschaft für die Problemlösung bei der nachhaltigen Entwicklung zu nutzen.

Dobermann verknüpfte in seiner eigenen Forschung zwei Hauptthemen, die für den Justus von Liebig-Preis von besondererRelevanz sind: 1. quantitatives Verständnis und Modellierung von Boden, Klima und Variabilität der Kulturpflanzen in verschiedenen Maßstäben sowie 2. innovative Konzepte und Instrumente zur ökologischen Intensivierung wichtiger Anbausysteme durch präzisere Bewirtschaftung unter besonderer Berücksichtigung der Pflanzenernährung. Er ist ein starker Befürworter einer qualitativ hochwertigen, interdisziplinären, feldorientierten Forschung, die sich mit Fragen des konkreten Managements landwirtschaftlicher Systeme befasst, aber einen starken Fokus auf Innovationsansätze mit hohem Wirkungspotenzial legt. Die Entwicklung praktischer Empfehlungen und Entscheidungshilfen für Landwirte, Berater, Experten und andere Forscher war schon immer ein wesentlicher Bestandteil seiner Forschung.

Die Entwicklung eines neuen, kulturspezifischen Ansatzes für das standortspezifische Nährstoffmanagement, der auf die Bedürfnisse von Kleinbauern sowie auf die Landwirtschaft im kommerziellen Maßstab zugeschnitten werden kann, war wahrscheinlich Dr. Dobermanns wichtigster wissenschaftlicher Beitrag zur internationalen Landwirtschaft. Es war der Kern seiner Forschungen in Asien und Nordamerika in den 1990er und 2000er Jahren und führte zu zahlreichen vielzitierten und einflussreichen Veröffentlichungen. In vielen On-Farm-Studien haben er und seine Mitarbeiter gezeigt, dass eine hohe Lebensmittelproduktion, Rentabilität, hohe Nährstoffeffizienz und minimale Umweltauswirkungen sich in der Landwirtschaft nicht gegenseitig ausschließen.

Achim Dobermann studierte in den 1980er Jahren tropische Landwirtschaft an der Universität Leipzig und wurde dort auch 1991 promoviert. Schon damals beschäftigte er sich in seiner Feldforschung mit den komplexen räumlichen Wechselwirkungen von Boden, Dünger-stickstoff, Mikrotopographie und Unkräutern, die zu einer Variabilität des Reisertrags führen. Von 1992 bis 2000 war er Forscher beim internationalen Forschungszentrum für Reis auf den Philippinen, dann von 2000 bis 2007 Professor an der University of Nebraska-Lincoln in den USA, um schließlichvon 2007 bis 2014 wieder beim internationalen Forschungszentrum für Reis auf den Philippinen zu arbeiten, nun allerdings als stellvertretender Generaldirektor. Seit 2014 leitet er als Direktor das hochangesehene Forschungsinstitut Rothamsted Research in England.

Das unabhängige Kuratorium entschied sich einstimmig für die Preisvergabe an Herrn Professor Dr. Achim Dobermann für seine herausragenden Leistungen zur Schaffung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung und seinen geleisteten Beitrag zur Verbesserung der Welternährung. Sein bisheriges Lebenswerk hat er in den Dienst einer Welt frei von Hunger gestellt.