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    Prof. Dr. Josef G. Knoll 1899 - 1976
  • Knoll Wissenschaftspreis 2016
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  • Knoll Wissenschaftspreis 2000
  • Knoll Wissenschaftspreis 1998
  • Knoll Wissenschaftspreis 1996
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  • Knoll Wissenschaftspreis 1992
  • Knoll Wissenschaftspreis 1990
  • Knoll Wissenschaftspreis 1988
  • Knoll Wissenschaftspreis 1986
  • JOSEF G. KNOLL-
    EUROPÄISCHER WISSENSCHAFTSPREIS

    Die Stiftung fiat panis fördert wissenschaftliche Nachwuchskräfte, die sich mit der Verbesserung der Ernährungslage in Entwicklungsländern befassen. Von 1986 bis 2009 vergab die Eiselen-Stiftung alle zwei Jahre einen Wissenschaftspreis, was ab 2010 von der Stiftung fiat panis als Nachfolgerin übernommen wurde und fortgeführt wird. Er ist benannt nach Professor Dr. Josef G. Knoll, dem Pionier der entwicklungsländerbezogenen Agrarwissenschaft in Deutschland.

    Zielsetzung des Preises ist, Nachwuchskräfte auszuzeichnen, die sich intensiv mit den Lösungsmöglichkeiten der Bekämpfung des Hungers in Ländern mit Nahrungsmitteldefiziten beschäftigen. Die Arbeiten müssen anwendungsorientiert und geeignet sein, einen Beitrag zu leisten
    - um die Ernährungslage/ Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung zu verbessern,
    - die Auswirkungen des Hungers (Unter-, Mangel- oder Fehlernährung) zu verringern.

    2010 wurde die Vergabe dieses Wissenschaftspreises von der Stiftung fiat panis, als Nachfolgerin der Eiselen-Stiftung, übernommen. Die Ausschreibung und Verleihung erfolgt in geraden Jahren, also 2016, 2018, 2020, usw. Der Preis wird europaweit ausgeschrieben und ist mit 30.000 Euro dotiert. Der Studienabschluss muss an einer Universität in Europa erfolgt sein. Das Höchstalter der Bewerberinnen bzw. der Bewerber beträgt 40 Jahre

    Bisher wurden 56 Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet. Seit 1986 wurden insgesamt 330.000 EUR Preisgelder ausgezahlt.

    Der Namensgeber des Preises, Professor Dr. Josef G. Knoll, wurde am 26.06.1899 in Ulm geboren und studierte in Hohenheim und München Landwirtschaft. In seiner Dissertation befasste er sich mit den Pflanzengesellschaften der Dauerwiesen und wandte sich damit einem Gebiet zu, mit dem sich die Wissenschaft bis dahin nur wenig beschäftigt hatte, nämlich dem Grünland und Futteranbau. Er ist der Schöpfer der ersten Gründland-Karte Deutschlands.

    1937 bis 1945 war er Professor in Leipzig. 1946 erhielt er vom Hessischen Land-wirtschaftsministerium den Auftrag, eine Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Grünlandwirtschaft und Futterbau in Wehrda aufzubauen. Drei Jahre später wurde er Direktor des Forschungs- und Beratungsinstituts für Höhenlandwirtschaft des damaligen Landes Südbaden in Donaueschingen.

    1954 folgte J. G. Knoll einem Ruf an die FAO (Ernährungs- und Landwirtschafts-Organisation der Vereinten Nationen) nach Rom, wo er als erster Deutscher Abteilungsdirektor wurde, und zwar für Pflanzenproduktion und Pflanzenschutz. Während seiner Tätigkeit in Rom hatte er wesentlichen Anteil an der von Dr. F. T. Wahlen gestarteten Welt-Saatgut-Kampagne, die sich zum Ziel gesetzt hat, Entwicklungsländer, in denen es ein Nahrungsmitteldefizit gab, mit ausreichenden Mengen hochwertigen Saatguts zu versorgen, um so die Bodenerträge zu steigern. Ferner widmete er sich der Bekämpfung von Wüsten-Heuschrecken. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war Ägypten, das damals mit Hilfe seiner Beratung von einem Reis-Importland zu einem Reis-Exportland wurde.

    1961 berief die Universität Hohenheim J. G. Knoll auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für ausländische Landwirtschaft. Das von ihm bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1966 aufgebaute Institut war die Keimzelle des heutigen "Zentrums für die Landwirtschaft in den Tropen und Subtropen". Er war ein Pionier der entwicklungsländerbezogenen Agrarforschung in Deutschland.

    Nach seiner Emeritierung kehrte J. G. Knoll an seinen Geburtsort Ulm zurück.

    Zwischen J. G. Knoll und der Familie Eiselen bestand eine langjährige, enge Freundschaft. Um ihm das ihm gebührende Gedenken zu bewahren, entschloss sich die Eiselen-Stiftung 1989, ihren Wissenschaftspreis nach ihm zu benennen, der nun von der Stiftung fiat panis weitergeführt wird.

    Er verstarb am 12.09.1976.